Freitag, 30. September 2016

Erzbistum Berlin nur noch Kölner Außenstelle ?

Werden Entscheidungen fremdbestimmt?
Entstehen in der Diaspora im Osten und Norden Deutschlands Filial-Bistümer des finanzstarken Kölner Erzbistums? Die Bischofsstühle werden seit 2004 hauptsächlich von Vertretern der Kirchenprovinz Köln besetzt. Nach Hofmann für Würzburg und Trelle für Hildesheim wurden die östlichen Diapora-Bistümer versorgt: Woelki für Berlin, Koch für Dresden, Heße für Hamburg, Koch für Berlin und der Münsteraner Timmersen für Dresden. Die Kölner Metropoliten, erst Meisner, nun Woelki bilden das Zentrum eines Netzwerks und gewinnen zunehmend an Einfluss.
Wieviel Souveränität bleibt bei finanzschwachen, mitgliederarmen Diözesen übrig? Nach Kirchenrecht gilt eigentlich jedes Bistum als selbständig, selbstbestimmt und nur dem Papst verantwortlich. Doch wie ist die Realität?
St. Hedwigs-Kathedrale offenbart die Verhältnisse
Der kurzzeitige Berliner und jetzige Kölner Erzbischof, Kardinal Woelki, wünschte sich 2013 den radikalen Umbau der baukonstruktiv intakten Kathedrale. Mit der Veranlassung einer Überformung eignen machtbewusste Hausherren sich gern übernommene Residenzen an. Nach seinen drei „Lehrjahren“ verließ Woelki Berlin in Richtung der katholischen „Hauptstadt“ Deutschland, dem heiligen Köln. Noch mit seinen Abschiedsworten beleidigte er alle Gläubigen, die nicht für einen Radikalumbau der Kathedrale wären, als „Museumswächter“.
Urteilsvermögen und Offenheit für sachliche Prüfung war bei den zurückgebliebenen Verantwortlichen damit gelähmt.
Ist Woelkis Befehl – das „Loch“ muss weg ! – unantastbar ?
Die Vorgänge um die Berliner St. Hedwigs-Kathedrale deuten seitdem auf die Abhängigkeit und Handlungsunfähigkeit des Erzbistums Berlin hin. Die skurrile Umbauidee Kardinal Woelkis wagt der derzeitige Erzbischof Dr. Koch nicht in Frage zu stellen. Gegen jeden fachkompetenten Zweifel an der Sinnfälligkeit des unnötigen Umbauvorhabens (s. Offener Brief von Fachleuten an Erzbischof Dr. Koch) hält der nunmehrige Verantwortliche an Woelkis Wunsch weiter in Treue fest.
Wer das Geld hat, hat das Sagen ?

Wie groß ist Kardinal Woelkis Einfluss auf Erzbischof Kochs Berliner Erzbistum?

Erzbischof Dr. Koch: „Wir in Köln sind rheinisch-katholisch“
In einem launigen Interview hat Erzbischof Dr. Koch über den Katholizismus seiner Heimat gesagt: „Wir in Köln sind rheinisch-katholisch.“ (Berliner Morgenpost, 24.01.2016)
Angesichts der mahnenden Worte des emeritierten Papstes Benedikt, wirkt Kochs scherzhafte Bemerkung beunruhigend.
Benedikts Kritik an der Katholischen Kirche in Deutschland
Benedikt spricht in dem Interviewbuch, das im September 2016 erschien, von dem „etablierten und hochbezahlten Katholizismus“ und von „ungeistlicher Bürokratie“ in den reichen Bistümern Deutschlands (Radio Vatikan_Kritik an hochbezahltem Katholizismus).
"In Deutschland haben wir diesen etablierten und hochbezahlten Katholizismus, vielfach mit angestellten Katholiken, die dann der Kirche in einer Gewerkschaftsmentalität gegenübertreten."

Bei üppigen Kirchensteuereinnahmen und staatlicher Honorierung fühlen sich führende Seelsorger bisweilen wie Fürsten, die autokratisch bestimmen wollen. Benedikt kritisiert deshalb auch das System der Kirchensteuer in Deutschland. 
“Die automatische Exkommunikation derer, die sie nicht zahlen, ist meiner Meinung nach nicht haltbar.”
Prompt wehrten sich Vertreter der Katholischen Kirche in Deutschland. „Getroffene Hunde bellen“ (s. katholisch.de_"getroffene Hunde bellen").

St. Hedwigs-Kathedrale als Indikator für Souveränität
Am Umgang mit der Hedwigskathedrale werden die Machtverhältnisse erkennbar. Der nun ins wohlhabende Erzbistum Köln gewechselte Kardinal Woelki scheint weiter seine Interessen im Osten durchsetzen zu wollen. So würden die gut gefüllten Kassen, über die Kardinal Woelki verfügen kann, die Zukunft der Berliner Kathedrale bestimmen. Wird über das Erzbistum Berlin also in Köln entschieden?
Römisch-katholisch, statt „rheinisch-katholisch“ !
Ist das aber noch die Kirche, die die Lehren Jesu vertritt und zu Bescheidenheit und Barmherzigkeit aufruft. Papst Franziskus strebt eine arme Kirche an. Neue Bischöfe mahnte der Papst:
 „Die Welt braucht keine manipulativen Hirten“

Katholiken, die den Hinweisen des Papstes folgen, sind auf dem richtigen Weg. Wohin entfernen sich dagegen die Kirchenvertreter, die mit Steuereinnahmen vornehmlich Reichtum und politischen Einfluss erzielen wollen. Viele Gläubige werden sie ziehen lassen. Wer sich zum römisch-katholischen Glauben bekennt, wird die Selbsterhebung der „rheinisch-katholischen“ Kirche, gelassen als eitlen Abspaltungsversuch sehen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen